Aktuelles

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Für benachteiligte Menschen stark machen

Der Pauline-von-Mallinckrodt-Preis 2017 ging am Caritas-Tag am 29. Juli 2017 in der Libori-Festwoche an drei Projekte, die sich ehrenamtlich gegen Ausgrenzung und Benachteiligung einsetzen. Den ersten, mit 2.500 Euro dotierten Preis, erhielt das „Café Grenzenlos“ in Menden-Bösperde, eine Begegnungsstätte des dortigen Pastoralverbundes und der örtlichen Caritas-Konferenz für Flüchtlinge. Mit dem zweiten Preis (1.500 Euro) wurde die Caritas-Konferenz St. Kilian in Lichtenau ausgezeichnet, die seit mehr als 15 Jahren wöchentlich ein Treffen für kranke und alleinstehende Menschen in Lichtenau organisieren. Der dritte Preis (1.000 Euro) ging an das „Netzwerk für Flüchtlinge“ in Bielefeld-Dornberg.

„Jeder Mensch wünscht sich einen Ort zu haben, an dem er sich zu Hause fühlen kann. Doch nicht jedem Menschen ist es vergönnt, ein Zuhause zu haben“, betonte Domkapitular Dr. Thomas Witt, Kuratoriumsvorsitzender der CaritasStiftung. „Der Mensch erlebt Heimat und ein Zuhause dort, wo er anerkannt ist, wo er sich mit anderen Menschen austauschen kann, und wo er in seiner Person akzeptiert wird.“ Die für den Preis nominierten Projekte organisierten genau dies: Treffpunkte und Möglichkeiten der Begegnung für Einsame, Kranke, Wohnungslose, Flüchtlinge und Migranten.

Der Preisverleihung ging ein buntes Fest der Begegnung auf dem Kardinal-Degenhardt-Platz vor der Stadtbibliothek in Paderborn voraus. Rund 800 Haupt- und Ehrenamtliche aus Pfarrgemeinden, caritativen Diensten und Einrichtungen im Erzbistum Paderborn genossen Musik, Aktionen und Impulse.

Hintergrund: Pauline-von-Mallinckrodt-Preis
Benannt ist der Preis der CaritasStiftung nach der seligen Pauline von Mallinckrodt (1817-1881), der Begründerin der Blindenfürsorge in Paderborn und Gründerin der Ordensgemeinschaft der Schwestern der christlichen Liebe. Der Preis wird jeweils im Rahmen des Caritas-Tages in der Paderborner Libori-Festwoche verliehen. Mit dem Preis fördert die CaritasStiftung ehrenamtliche Caritas-Initiativen im Erzbistum, die sich in besonderer Weise im Sinne des jeweiligen Mottos verdient machen.

(Foto: cpd/Jonas) alle Preisträger 

Ein Gruppenfoto der Preisträger
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Die Caritas thematisiert Chancen und Voraussetzungen für eine offene Gesellschaft.

Unter dem Motto „Zusammen sind wir Heimat“ thematisiert die Caritas-Kampagne 2017 die Chancen und Voraussetzungen für eine offene Gesellschaft. Die herkömmliche Vorstellung von Heimat passe nicht in eine „hochkomplexe, moderne und virtuell geprägte Gesellschaft“, schreibt der Paderborner Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig in der neuen Ausgabe der Zeitschrift „Caritas in NRW“. Im 21. Jahrhundert werde ein neuer Heimatbegriff benötigt, der sich weniger auf den Ort der Geburt und des Aufwachsens beziehe. „Heimat entsteht, wenn sich biografische Wurzeln im privaten Umfeld oder auch im Sozialraum entwickeln können“, schreibt Lüttig.

Der Paderborner Diözesan-Caritasdirektor warnt vor Abschottungsprozessen und Parallelgesellschaften. Beheimatung gelinge nur, wenn Regeln und Werte der neuen Heimat akzeptiert und übernommen werden und wenn gleichzeitig in der neuen Heimat Möglichkeiten zur Teilhabe geschaffen und wahrgenommen werden. Jeder könne etwas tun, um für die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu werben: „Die ausgestreckte Hand, das freundliche Wort, die einladende Geste“ seien denkbar einfache Werbeinstrumente.

Politisch gelte es nun, erfolgreiche Beheimatung auch strukturell zu ermöglichen. Der Diözesan-Caritasdirektor kritisiert die Erschwerung des Familiennachzugs und die Wohnortzuweisung: „Will man so Menschen für diesen Staat gewinnen?“ Lüttig spricht sich für eine institutionalisierte Mitsprache von Asylsuchenden und Flüchtlingen auf der lokalen und regionalen oder gar nationalen Ebene aus. „Querdenken ist nötiger denn je, wenn es darum geht, die Rahmenbedingungen für eine gelingende Vielfaltsgesellschaft weiterzuentwickeln.“

Wie Heimat in einem Stadtviertel entstehen kann, in dem Menschen aus 126 Nationen leben, berichtet Ansgar Schocke, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Heilige Dreikönige in der Dortmunder Nordstadt. In dem Stadtviertel mit 60.000 Bewohnern, von denen 70 Prozent ausländische Wurzeln haben, lasse sich wie in einem Brennglas der Umgang mit dem Fremden und Andersartigen einüben, sagt Schocke. Vertrauen zwischen Kulturen, aber auch zwischen den Religionen herzustellen, funktioniere nur über persönliche Kontakte und vielfältige Netzwerke. „Wir müssen alles fördern, was Begegnung ermöglicht“, beschreibt der Pfarrer die Aufgabe der christlichen Kirchen in diesem Prozess. Mit Sorge sieht er allerdings, dass die meisten muslimischen Eltern ihre Kinder weiterhin dem Religionsunterricht von Moscheevereinen anvertrauen. Der wird allerdings nicht staatlich kontrolliert. „Was wir brauchen, ist ein verpflichtender Integrationsunterricht an den Schulen“, sagt Schocke. Eine Grenze des Dialogs sei erreicht, wenn die Begegnung zwischen den Religionen nicht auf Augenhöhe und im gegenseitigen Respekt möglich sei. Keine Chance auf Dialog sieht er mit radikalen Muslimen, die Gläubige anderer Religionen als „kuffar“ (Ungläubige) verachten. „Selbst wenn wir akzeptieren müssen, dass nicht alle Menschen die Werte unserer Gesellschaft teilen, so ist das Grundgesetz hier die rote Linie.“

Die Kampagne der Caritas 2017 ist zu finden unter: www.zusammen-heimat.de

Caritas in NRW ist die gemeinsame Zeitschrift der Diözesan-Caritasverbände Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn mit Sitz in Düsseldorf. Die 52-seitige Zeitschrift kann kostenlos angefordert werden: vertrieb(at)caritas-nrw.de

Menschen die Fussball spielen
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Aktion-Mensch-Fördermöglichkeit im Bereich "Bürgerschaftliches Engagement"

Unter nachfolgendendem Link erhalten Sie Hinweise auf eine Fördermöglichkeit im Bereich "Bürgerschaftliches Engagement":
www.aktion-mensch.de/50jahre/foederaktion